Hüftkopfnekrose

"Als Hüftkopfnekrose bezeichnet man eine (kritische!) Durchblutungsstörung im Hüftkopfbereich."

Die Erkrankung entsteht durch Durchblutungsmangel der Oberschenkelkopf. Sie beginnt häufig mit (manchmal plötzlich) ziehenden Schmerzen in der Leistenbeuge, selten auch mit Schmerzen in Projektion auf das Kniegelenk. Die Schmerzen nehmen unter Belastung des Beines zu. Kommt es zu einem Einbruch der Gelenkfläche (Entrundung des Hüftkopfes) kann die Schmerzhaftigkeit zu einer völligen Belastungsunfähigkeit des Beines führen.

Die Unterbrechung der kritischen Blutzufuhr kann verschiedene Ursachen haben:

  • Ein Trauma oder durch einen erhöhten Druck im Gelenk (z. B. Gelenkerguß)
  • Eine Entzündung
  • Stoffewechselstörungen
  • Alkoholmißbrauch
  • (länger dauernde) Kortison-Medikation
  • Zytostatika-Behandlung (Chemotherapie) und Bestrahlungen

Der vermindert durchblutete Knochenbezirk liegt unmittelbar angrenzend unter dem Gelenkknorpel (subchondral). Ist dieser Bezirk nun nicht mehr vital genug, um die auf ihn lastende Kraft zu tragen, so bricht dieser Knochenbereich des Hüftkopfes ein. Es entsteht eine zunehmende Destruktion/Entrundung des Hüftkopfes.

 

Stadien der Erkrankung

  • Stadium I
    Die Erkrankung ist zu Beginn im Röntgenbild nicht zu erkennen. Es finden sich lediglich kleine durchblutungsgestörte Knochenareale, diagnostisch kann die Erkrankung mittels Szintigraphie, Kernspintomographie oder Computertomographie erkannt werden.
  • Stadium II
    ist gekennzeichnet durch Knochenumbauvorgänge (vermehrte Sklerosierung), die im Röntgenbild sichtbar sind.
  • Stadium III
    ist gekennzeichnet durch einen Einbruch der Gelenkfläche.
  • Stadium IV
    ist gekennzeichnet durch eine vollständige Deformierung des Hüftkopfes bis zur Coxarthrose.

Die Therapie ist sowohl von der Ursache der Durchblutungsstörung, vom Alter des Patienten und der Ausdehnung des minderdurchbluteten Bezirks abhängig. Die Femurkopfnekrose führt unbehandelt innerhalb von zwei bis drei Jahren zu subchondralen Frakturen des Femurkopfes und ist dann einer gelenkerhaltenden Therapie nicht mehr zugänglich

 

KONSERVATIVE THERAPIE:

Die konservativen Therapieoptionen bei atraumatischer Femurkopfnekrose werden in der Literatur kontrovers diskutiert. Als Behandlungsverfahren stehen unter anderem zur Verfügung:

  • Physikalische Maßnahmen
  • Medikamentöse Therapien mit Vasodilatantien und Bisphosphonaten
  • Hyperbare Sauerstofftherapie
  • Extrakorporale Stoßwellentherapie

 

OPERATIVE THERAPIE:

Bei der Femurkopfnekrose im Stadium I / II ist eine operative Knochenanbohrung in diesem Bereich (Markraumdekompression) die Therapie der Wahl. Dieses führt zum einen zu einer Entlastung des sich in diesem Bereich befindlichen erhöhten Druckes im Knochen und zum anderen wird durch dieses Knochenanbohren ein Reiz gesetzt, der zu einer Neubildung von Blutgefäßen (Neovaskularisation) in diesem Bezirk führen soll, so dass der Hüftkopf wieder besser durchblutet wird.

Im Stadium II /III sind den Hüftkopf (v. a. den minderdurchbluteten Bezirk) entlastende Femurkorrekturosteotomien möglich, die unter Umständen zusammen mit Anbohrungen, Umkehrplastiken und Spongiosaauffüllungen des nekrotischen Bezirks durchgeführt werden. Im Stadium III ist ggfs. in Abhängigkeit von der Größe mit Einbruch des Defektes und Lokalisation des Defektes sowie des Alters des Patienten der künstliche Gelenkersatz die Therapie der Wahl

Im Stadium IV mit eingebrochener Gelenkfläche und destruiertem Hüftkopf sowie bei fortgeschrittenem Patientenalter bleibt der künstliche Gelenkersatz die Therapie der Wahl.

 

NACHBEHANDLUNG:

Für die Nachbehandlung nach Anbohrung des Hüftkopfes erfolgt die Mobilisation ab dem 1. Tag nach der Operation unter Teilbelastung von 20 KG an 2 Unterarmgehstützen für 3 bis 6 Wochen. Für diesen Zeitraum ist eine medikamentöse Thromboseprophylaxe erforderlich. Begleitend wird eine krankengymnastische Behandlung durchgeführt. In der Regel ist nach einem Anbohren des Oberschenkelknochens mit eine, Nachbehandlungszeitraum von 12 Wochen zu rechnen.

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