Oberschenkelhalsbruch

"In 99% der Fällen muss ein Oberschenkelhalsbruch operiert werden, oft durch Hüftgelenks(teil)ersatz."

Der Oberschenkelknochen besteht aus einem langen Schaft und einem kurzen abgewinkelten Schenkelhals. Am oberen Ende des Schenkelhalses sitzt der Hüftkopf, welcher in der Hüftpfanne sitzt. Das Hüftgelenk mit Teilen des Schenkelhalses wird von einer Gelenkkapsel umschlossen. Grundsätzlich werden je nach der Lokation eines Hüftgelenknahen Bruches  drei Formen unterschieden:

  • Ein innerer,  medialer Oberschenkelhalsbruch, hier befindet sich der Bruch nahe oder direkt am Hüftkopf, innerhalb der Gelenkkapsel.
  • Ein äußerer, lateraler Oberschenkelhalsbruch, hier befindet sich der Bruch des Oberschenkelknochens, außerhalb der Gelenkkapsel
  • Ein Bruch am körpernahen Anteil des Oberschenkelknochens, eine per- oder subtrochantäre Femurfraktur durch die großen Rollhügel oder direkt darunter.

Ältere Menschen sind deutlich häufiger von einem Oberschenkelhalsbruch betroffen als jüngere Personen, Frauen häufiger  als Männer. Die Ursache eines Oberschenkelhalsbruches ist zumeist ein Sturz auf die Hüfte in Verbindung mit einer Schwächung des Knochens im zunehmenden Alter bei einer Osteoporose. Bei jüngeren Personen kommt es zu einen Oberschenkel-halsbruch in der Regel mit einem sog. Hochrasanztrauma, z.B. bei einem Verkehrsunfall.

Zu den typischen Symptomen eines Oberschenkelhalsbruches gehören sofort nach einem Sturzereignis aufgetretene Schmerzen mit Bewegungs- und Belastungsunfähigkeit. Die Schmerzen werden häufig in die Leiste projiziert. Bewegt der Arzt das Hüftgelenk, werden die Schmerzen stärker. Der Betroffene kann das Bein nicht mehr aktiv bewegen. Typischerweise zeigt sich das betroffene Bein im Vergleich zur Gegenseite verkürzt und außenrotiert. Handelt es sich um einen stabilen, lediglich eingestauchten Bruch im Bereich des Oberschenkelhalses, können die Symptome auch sehr milde ausfallen, der Patient hat wenig Schmerzen und ist sogar eingeschränkt gehfähig.

Die Therapie eines Oberschenkelhalsbruches hängt von verschiedenen Faktoren ab: Neben dem Alter, dem Allgemeinzustand des Patienten ist insbesondere die Art und Lokalisation des Knochenbruchs entscheidend für die Wahl des weiteren Vorgehens. Eine Entscheidung wird daher immer individuell getroffen. In den meisten Fällen muss ein Oberschenkelhalsbruch operiert werden.

 

KONSERVATIVE THERAPIE:

Bei stabilen, lediglich eingestauchten Frakturen des Oberschenkelhalses können diese konservativ behandelt werden. Das betroffene Bein wird entlastet, Schmerzmittel bei Bedarf verordnet. Die Krankengymnastik hilft, die Beweglichkeit und Gehfähigkeit wiederherzustellen.

 

OPERATIVE THERAPIE:

Soll der Hüftkopf erhalten werden ist es wichtig, dass der Arzt die operative Stabilisierung innerhalb von 24 Stunden vornimmt. Sonst kann durch die gestörte Durchblutung der Hüftkopf absterben, was man Hüftkopfnekrose nennt.

Hüftkopferhaltende Maßnahmen:

Für hüftkopferhaltende Maßnahmen eignen sich eher jüngere, mobile Patienten. Der Operateur positioniert die Bruchstücke des Knochens während der Operation wieder richtig und fixiert sie durch Schrauben, Platten, Nagel und andere Hilfsmittel. Durch die Verwendung von belastungsstabilen Implantaten kann eine rasche Mobilisierung erfolgen Dieses Verfahren wählt der Arzt nur, wenn er von einer ausreichenden Durchblutung des Knochens und einer damit verbundenen schnellen Heilung ausgehen kann.

Hüftkopfersetzende Maßnahmen:

Die Versorgung der Schenkelhalsfraktur mit einer Duokopfprothese oder einer Totalendoprothese ist das Verfahren der Wahl bei älteren Patienten, sowie bei Patienten mit fortgeschrittener Osteoporose, rheumatischen Erkrankungen, Arthrose, Malignomerkrankungen oder anderen erheblichen Nebenerkrankungen, eingeschränkter Compliance sowie Behinderung des unverletzten Beines.

Bei einer Duokopfprothese wird nur der Hüftkopf durch eine Schaftprothese mit draufsitzendem metallkopf ersetzt. Werden Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne durch eine Prothese ausgetauscht, spricht man von einem künstlichen Hüftgelenk oder auch einer Totalendoprothese.

 

NACHBEHANDLUNG

Sowohl bei der Osteosynthese als auch bei der Endoprothese beginnt die Mobilisierung spätestens am zweiten postoperativen Tag. Im Falle der Osteosynthese sollte für sechs Wochen eine Teilbelastung beibehalten werden. Die Endoprothese ist belastungsstabil. Die Mobilisierung erfolgt unter symptomadaptie

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