(Kreuz)Bandverletzungen

"Das Kniegelenk wird durch mehrere Bandstrukturen stabilisiert: Seitenbänder und Kreuzbänder."

Das vordere und das hintere Kreuzband befinden sich im Zentrum des Kniegelenks und sorgen zusammen mit der Kapsel, den Seitenbändern und den Menisken für die Stabilität des Gelenkes. Vor allem bei Sportunfällen können diese Bandstrukturen stark überdehnt werden und teilweise oder ganz reißen (Bänderriss, Bandruptur). Es kann nur zum Einriss eines einzelnen Bandes kommen (isolierte Ruptur). Häufig sind aber mehrere Strukturen betroffen, es findet sich dann auch oft eine Meniskusverletzung.  Außerdem können im Rahmen des Unfalles frische Knorpelschäden oder auch Knochenprellungen („bone bruise“) entstehen.

Die Feststellung eines (Kreuz)Bandschadens ist zumeist durch die ärztliche Untersuchung bereits sicher möglich. Hier gibt es im Rahmen der klinischen Untersuchung Tests wie z.B. vordere Schublade, Pivot Shift, Lachmann Test. Ergänzend bietet eine Magnetresonanztomographie (MRT) die Möglichkeit, den Kreuzbandschaden sowie Begleitverletzungen sicher zu erkennen.

 

Bei einer Kreuzbandverletzung können folgende Symptome auftreten:

  • Starke Schmerzen akut nach dem Unfall; später nur wenig schmerzhaft.
  • Eingeschränkte Gehfähigkeit und Belastbarkeit (Gangunsicherheit).
  • Schwellung des Kniegelenks (Gelenkerguss): sofort oder erst später.
  • Instabilität des Kniegelenks (fällt meist erst nach Wochen oder Monaten bei Vollbelastung des Knies auf), mit Wegknickgefühl („giving-way“).
  • Verschiebegefühl: Oberschenkel gegen Unterschenkel.

 

KONSERVATIVE THERAPIE:

Bei einem körperlich aktiven Patienten und bei komplexen Knieverletzungen (kombiniert mit Meniskus- und/oder Innenbandverletzung) wird eine Operation empfohlen. Direkt nach einem Unfallereignis steht die Behandlung der Schmerzen und der Gelenkschwellung im Vordergrund. Therapeutisch werden entzündungshemmende Medikamente eingesetzt, ggfs. erfolgt eine Punktion und es erfolgt die Anlage einer Knieführungsschiene. Anschließend versucht man, durch entsprechendes Kraft- und Koordinationstraining der Beinmuskulatur das Kniegelenk muskulär zu stabilisieren.

Insbesondere bei Patienten mit einem niedrigen körperlichen und sportlichen Anspruchsniveau, mit einer nur geringen Knieinstabilität, bestehender Arthrose oder höheren Alters kann so ggf. auf eine Operation verzichtet werden.

 

OPERATIVE THERAPIE:

Die vordere Kreuzbandplastik (Anterior Crucuate Ligament (ACL-) Plastik) wird normalerweise nach einer frischen Verletzung erst nach Rückgang der Schwellung und Rückkehr der annähernd freien Kniegelenkbeweglichkeit durchgeführt (ca. 4-6 Wochen). Bei einer ACL-Plastik wird das fehlende Kreuzband durch eine körpereigene Sehne ersetzt. Hierzu verwendet man häufig die Semitendinosus- und / oder Grazilissehne, welche kniegelenknah über einen kleinen Schnitt über dem vorderen, inneren Unterschenkelkopf gewonnen wird.

Je nach Instabilitätsgrad oder bei Revisonsoperationen können aber auch andere körpereigene Sehnen eingebracht werden, z.B. die Patellasehne oder die Quadricepssehne. In seltenen Fällen bei Nachweis eines frischen Risses knochennah an der Oberschenkelrolle kann möglicherweise auch ein Naht der gerissenen Sehne durchführt werden.

 

NACHBEHANDLUNG:

Nach einer vorderen Kreuzbandplastik ist die Nachbehandlung intensiv und bedarf der aktiven Patientenmitarbeit. In den ersten 2 Wochen erhält der Patient eine Streckschiene, das Bein wird nur Teilbelastet und erlaubt ist eine passive Beugung bis maximal 90°. Begleitend wird eine KG Behandlung und Lymphdrainage, Thromboseprophylaxe und ggfs. entzündungshemmende Schmerzmedikamente für diesen Zeitraum empfohlen.

Für die nächsten 4 Wochen erfolgt die Anlage einer beweglichen Knieschiene (Orthese) mit zunehmendem Bewegungsumfang. Nach Rückgang der Schwellung kann der Patient das Bein voll belasten und bewegen. Es folgt die Phase des Stabilitätstrainings, in der der Patient in der Physiotherapie den Gelenksinn und die Koordination trainiert. Krafttraining wird nach 8 Wochen begonnen.

Nach 3 Monaten werden Übungen zur Wiedereingliederung in den Sport eingesetzt, nach 6-12 Monaten ist die Sportfähigkeit wieder hergestellt.

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