Die Rotatoren- manchettenruptur

"Über 60-jährige Patienten weisen in ca. 25% aller Fälle eine teilweise oder vollständige Rotatorenmanschettenrupturen auf, Patienten mit einem Alter über 70 Jahre haben bereits in 40-50% einen Ruptur der Rotatorenmanschette."

Die Sehnen und die dazugehörigen Muskeln der sog. Rotatorenmanschette sind wichtige Voraussetzungen für die Beweglichkeit der Schulter. Sie besteht aus 4 Muskeln: den Musculus supraspinatus, Musculus subscapularis, Musculus infraspinatus und Musculus teres minor.

Aufgrund ihrer Anatomie mit einem langstreckigen Sehnenverlauf, einer verminderten Durchblutungssituation der Sehnen im Ansatzbereich, als auch aufgrund besonderer anatomischer Veränderungen mit z.B. Knochenspornen (und dadurch vermehrter Druck-/ Reibelastung der Sehnen) kommt es mit zunehmenden Alter zu Schädigungen und dann auch Defekten der Sehnen. Bei der Entstehung der Rotatorenmanschettenruptur werden prinzipiell extrinsiche und intrinsiche Ursachen unterschieden. Während die akuten Rupturen im jüngeren Lebensalter (unter 40 Jahre) in aller Regel auf Unfallverletzungen (also rein extrinsischen Faktoren) beruhen, sind die Rupturen mit fortschreitendem Lebensalter zunehmend auf ein „multifaktorielles“ Geschehen und zunehmend intrinsichen Faktoren zurückzuführen. Über 60-jährige Patienten weisen in ca. 25% aller Fälle eine teilweise oder vollständige Rotatorenmanschettenrupturen auf, Patienten mit einem Alter über 70 Jahre haben bereits in 40-50% einen Ruptur der Rotatorenmanschette. Bei einem Schaden der Rotatorenmanschette klagt der Betroffene über plötzliche, oft stechende Schmerzen, vor allem bei allen Bewegungen des Armes nach oben. Häufig ist auch die Kraft des Armes beim Heben reduziert. Aufgrund der mechanischen Störung bildet sich eine Entzündung des Schultergelenks insbesondere des Schleimbeutels. Die Folge sind häufig auch zu nächtliche Schulterschmerzen, die regelmäßig in den Oberarm ausstrahlen.

 

KONSERVATIVE THERAPIE:

Die Heilung einer gerissenen Sehne ist aufgrund der oben dargestellten anatomischen Situation auch bei jungen Patienten nicht zu erwarten. Grundsätzlich muss individuelle entschieden werden, ob der Betroffene mit einer gerissenen Sehne leben kann, oder ob der Schaden am Schultergelenk repariert werden muss. Sämtliche Behandlungsstrategien orientieren sich grundsätzlich an der individuellen Beschwerdesymptomatik, am Anspruch des Patienten und an seinen speziellen Lebensbedingungen. Bei jungen Patienten sollte großzügig auch bei einem kleineren Riss der Sehne eine Rekonstruktion, d.h. die Naht der Sehne, erfolgen. Je geringer der Bewegungs- und Belastungsanspruch ist, desto zurückhaltender kann man beim älteren Menschen mit der Rekonstruktion einer gerissenen Sehne sein. Die Behandlung von Sehnenreizungen und Teildefekten mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) zeigt gegenüber einer Placebobehandlung eine deutliche Schmerzreduktion. Physiotherapie, Bewegungstherapie (Dehnung, Krafttraining und skapuläre Stabilisations- übungen) sollte in Kombination mit manueller Therapie eingesetzt werden. Sie verbessert die Funktion, das Bewegungsausmaß und die Kraft bei einer Läsion der Rotatorenmanschette. Ergänzt werden können dies Maßnahmen durch lokale Injektionsbehandlungen,  Kältebehandlung, Salbenbehandlung, Elektrotherapie und Akupunktur.

 

OPERATIVE THERAPIE:

Bei der Abwägung einer OP-Notwendigkeit sind das Alter, der Funktionsanspruch des Patienten, die Größe des Sehnenrisses und die Muskel-Sehnenqualität entscheidend. Bei kleineren Sehnenrissen wird die Operation als arthroskopische Sehnennaht mit Erweiterung des Schulterdaches (siehe auch „Impingement Syndrom“) durchgeführt. Liegen größere Sehnenrisse vor, so kann die Operation auch in einer „mini-offenen“-Technik über einen ca. 4 – 5 cm langen Hautschnitt durchgeführt werden. Die gerissenen Sehnen werden mit Hilfe von kleinen Faden-Nahtankern oder Sehnen-Knochen-Nähten wieder am Knochen fixiert. Bei älteren Patienten mit Schmerzen und nicht zu rekonstruierenden Sehnenrupturen kann (bei Versagen der konservativer Therapie) eine arthroskopische Entfernung von entzündlichem Gewebe mit Glättung von Sehnenresten und Säuberung des Gelenkes („Debridement“) erfolgen und zu einer Schmerzreduktion führen.

 

NACHBEHANDLUNG:

Zum Schutz der Sehnen nach Operation und um eine sichere Einheilung zu gewährleisten, wird dem Patienten ein sogenanntes Abspreizkissen für 6 Wochen angelegt. Die unmittelbare Zeit nach der Operation erfordert eine intensive Krankengymnastik zur Erlangung des vollen Bewegungsausmaßes. In den ersten 6 Wochen sollten aber nur passive Bewegungen erfolgen. Die Nachbehandlung kann Monate in Anspruch nehmen, ggfs. ist nach Ablauf von 6-8 Wochen eine Rehabilitationsmaßnahme indiziert.

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