Die Schultersteife („frozen shoulder“)

"Als Schultersteife (frozen shoulder) bezeichnet man eine weitgehende, schmerzbedingte Aufhebung der Beweglichkeit des Schultergelenks. Hierbei ist die Bewegung in allen Ebenen eingeschränkt."

Bei der Schultersteife unterscheidet man zwischen primären und sekundären Formen, wobei die primären häufig aus ungeklärter Ursache entstehen oder in Verbindung mit Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes) auftreten, die sekundären infolge einer schmerzbedingten Ruhigstellung nach Schulterverletzung, Operationen oder anderen Schultererkrankungen.

Der Krankheitsverlauf kann über ein bis vier Jahre gehen, die Prognose ist gut, geringe Einschränkungen können jedoch zurückbleiben.

 

Man unterscheidet bei dieser Erkrankung 3 Phasen:

Stadium 1 (Initialphase):
Im Vordergrund steht ein zunehmender Bewegungsschmerz, der heftig bis unerträglich sein kann und sich insbesondere nachts noch verschlechtert. Eine Bewegungseinschränkung wird häufig vom Betroffenen zunächst nicht bemerkt. Dieses Stadium dauert in der Regel drei bis neun Monate.

Stadium 2 (Einsteifungsphase):
In diesem Stadium lässt der Schmerz langsam nach – es kommt zu einer deutlichen Abnahme der Beweglichkeit, vor allem dann, wenn der Arm nach außen bzw. innen gedreht oder abgespreizt wird. Gegen Ende dieser Phase kann die Schulter vollständig in ihrer Bewegung eingeschränkt sein. Dieses Stadium kann bis zu fünfzehn Monate dauern.

Stadium 3 (Lösungsphase):
Die jetzt versteifte und nicht mehr schmerzende Schulter wird langsam wieder beweglicher, weil sich die entzündlichen Veränderungen an der Gelenkkapsel zurückbilden. Das betroffene Schultergelenk ist letztlich in seiner Beweglichkeit nur noch unwesentlich eingeschränkt oder sogar wieder voll beweglich. Dieses Stadium dauert durchschnittlich neun Monate.

 

KONSERVATIVE THERAPIE:

Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden, d. h. letztendlich nach der Beeinträchtigung der Lebensqualität des Patienten durch Schmerzen und die schlechte Beweglichkeit der Schulter

Im 1. Stadium, der Initialphase, ist die Therapie der Wahl eine zunächst rein medikamentöse Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten, z.B. NSAR, Corticoiden nach Stufenschema, ggfs. subacomialen und intraarticulären Injektionen mit Cortisonzusatz. Eine krankengymnastische Behandlung in den ersten 4-6 Monaten hat nach aktuellen Erkenntnissen keinen Effekt.
Erst ab dem 2. Stadium (Einsteifungsphase) sollte eine intensivierte Kranken-gymnastik in Verbindung mit entzündungshemmenden Medikamenten erfolgen.

 

OPERATIVE THERAPIE:

Kommt es trotz intensiver, konservativer Therapie nicht zu einer durchgreifenden Besserung der Beschwerden und die Bewegung der Schulter ist weiterhin erheblich eingeschränkt, sollte eine Arthroskopie des Schultergelenks mit Lösung der Verklebungen erwogen werden. Hiermit ist es häufig möglich den langwierigen Krankheitsverlauf rasch zu beenden.

Die Operation erfolgt arthroskopisch, über 2-3 kleine Stichincisionen. Hierbei erfolgt zunächst die Darstellung des gesamten Gelenkes, anschließend werden entzündliche Veränderungen der gelenkschleimhaut entfernt und dann erfolgt ein zirkuläres Lösen der Gelenkschleimhaut.

 

NACHBEHANDLUNG:

Die Nachbehandlung erfolgt in der Regel frühfunktionell, d.h., dass sofort nach der Operation mit einer sanften Bewegungstherapie begonnen wird, die ab der 2. Woche aktiv gesteigert werden kann, die in Kombination mit Manueller Therapie und Elektrotherapie erfolgen kann. Darüberhinaus sollte der Patient einfache Bewegungsübungen erlernen, die er regelmäßig mehrfach täglich selbständig durchführt. Maßnahmen die die Durchblutung der Schulter fördern, wie z.B. Wechselduschen und Eisabreibungen, können den Heilungsprozess ebenfalls unterstützen.

Der Nachbehandlungszeitraum mit schmerzadaptierter Krankengymnastik ohne Bewegungslimitierung umfasst ca. 6 – 10 Wochen.

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